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2010-09-10 0:40
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Studienstiftung - sozial selektiv ?

Teddy Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?

Ich hab hier mein zweites Zuhause


Mitglied seit: 2004-05-19
Beiträge: 1134
Aus:


Wie du das Thema benennst, ist ziemlich egal ... was in der Liste steht, interessiert die Auswahlkommissare nicht wirklich. Ich schaue normalerweise in diese Liste gar nicht rein. Allerdings ist dein "Zwei-Zitate-Thema" etwas lang und sperrig für ein 10-Minuten-Impulsreferat.

--
Ich bin kein Mitarbeiter der Studienstiftung. Ich vertrete hier nur meine eigene Ansicht, nicht die Meinung der Studienstiftung.
»2010-02-06 19:04 Profil

studienstift Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?

nicht mehr ganz neu


Mitglied seit: 2009-09-29
Beiträge: 8
Aus:


Doch noch eine letzte Frage (Sorry Jungs^^")

Wie sieht es eigentlich mit der konkreten Ausformulierung des Themas aus ? Bin in Baden-Würtemberg zur Schule gegangen, wo man großen Wert darauf legt, dass Referats-Themen als Problemfragen gestellt werden und möglichst Interesse wecken...
Frage mich gerade, ob ich das tatsächlich 1:1 übertragen soll, oder nicht doch auch beim Thema eher nüchterne Töne anschlagen soll, gerade auch da das Thema ja ohnehin etwas heikel ist...

Oder meint ihr, ich könnte auch ""Das ist die Selbstproduktion des deutschen Bildungsbürgertums" - Die Studienstiftung des deutschen Volkes und die "berühmt-berüchtigte soziale Schieflage"" locker flockig in die Liste eintragen. (Beide Formulierungen stammen nicht von mir sondern sind Zitate - einmal von einem Forscher aus Yale und einmal vom Präsidenten der StuSti; habe aber dennoch nicht die Absicht, das Thema so zu benennen...)

Ich denke, dass ich auch alleine einen guten Kompromiss für die Benennung des Themas finden würde. Falls mir aber jemand sagen könnte, ob die Themen bei der StuSti im allgemeinen eher akademisch oder eher einer Zeitungsüberschrift entrissen erscheinen, würde mich das interessieren ;)

Soweit, so gut; mehr gespamt wird heute nicht mehr ;)
»2010-02-05 1:42 Profil

studienstift Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?

nicht mehr ganz neu


Mitglied seit: 2009-09-29
Beiträge: 8
Aus:


Genau auf solch eine Generalabsolution habe ich wohl insgeheim gewartet^^
Dann werde ich mich jetzt mal beruhigten Gewissens an die Arbeit machen und auf eine spannende, interessante und kontroverse Diskussion hoffen ;)

Vielen Dank für deine Hilfe, Teddy ! Auch für die inhaltlichen Äußerungen.
»2010-02-04 18:27 Profil

Teddy Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?

Ich hab hier mein zweites Zuhause


Mitglied seit: 2004-05-19
Beiträge: 1134
Aus:


Mich interessiert das Thema einer Diskussion absolut sekundär bis eigentlich gar nicht. Ich "bewerte" als Auswähler das Thema nur nach einem Kriterium - ist es geeignet, eine spannende, interessante, kontroverse Diskussion auszulösen.

Insofern - nur zu ... ich kann daran nichts problematisches erkennen ... übrigens wird das Thema auch oft abends im Kreis der Auswahlkommissionen diskutiert ... mit durchaus kontroversen Meinungen.

Ich neige übrigens zu der Meinung, dass die Stiftung durchaus dazu neigt, "sich selbst zu reproduzieren" in dem Sinne, dass die meisten kommissionsmitglieder aus einem bildungsnahen Haushalt kommen. Ich sehe die Ursache daran aber (bei dem derzeitigen Auswahlsystem) eher im Bereich der Schule, da ein Großteil der Stipendiaten über die Abi-Auswahl in die Stiftung kommt und dort nur die Leute ins Auswahlverfahren kommen, die in der Schule excellent abgeschnitten habe - und wir dann in der Gerechtigkeitsdiskussion über das Schulsdystem sind.
es dürfte spannend zu beobachten sein, ob sich daran etwas ändert, wen demnächste Selbstbewerbungen zugelassen werden.

--
Ich bin kein Mitarbeiter der Studienstiftung. Ich vertrete hier nur meine eigene Ansicht, nicht die Meinung der Studienstiftung.
»2010-02-04 18:14 Profil

studienstift Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?

nicht mehr ganz neu


Mitglied seit: 2009-09-29
Beiträge: 8
Aus:


Danke für deine Ermunterungen ! Bin mir mittlerweile fast sicher, dass ich das Thema wähle.

Es wäre aber schön, wenn vielleicht noch einige andere User kurz ihre Meinung dazu äußern könnten, ob das Thema bei der Auswahlkommission für Irritationen sorgen könnte. Mehr muss ich gar nicht wissen: das Risiko für den Vortrag an sich und dafür, ob sich daraus eine Diskussion entwickeln kann, trage ich natürlich selbst.

Gerade Einschätzungen der User hier, die sehr erfahren sind und womöglich bereits selbst in einer Auswahlrunde saßen, würden mich natürlich besonders interessieren ;)
»2010-02-04 12:38 Profil

Besucher Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?








So wie Du hier schreibst, kann ich Dich nur ermuntern, das Thema zu wählen. Du provozierst ja nicht einfach nur und stellst Thesen in den Raum, mir scheint, Du hast Dich gut vorbereitet mit den ganzen Zahlen und so. Ob Deine Bewerbung im Kugelhagel untergeht, kann ich nicht sagen, aber ich gehe mal davon aus, dass auch ein Kommissionsmitglied, das nicht Deine Meinung teilt, Dich nach Deinem Vortrag und der Diskussion und nicht nach Deiner Meinung bewertet. Sonst müssten wir hier noch eine ganz andere Diskussion führen...
»2010-02-03 14:53

studienstift Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?

nicht mehr ganz neu


Mitglied seit: 2009-09-29
Beiträge: 8
Aus:


Hallo cmaism,

vielen Dank für deine Antwort und die Ermunterung das Thema zu wählen ;)

"Ist das bestehende Stipendiensystem ungerecht, weil sozial besser gestellte größere Aussichten auf eine Förderung haben?" trifft es zwar ganz gut, ich will aber dennoch das Thems selbst vielleicht noch ein klein wenig erläutern, damit es keine Missverständnisse gibt:
Die Bezeichnung "Flaggschiff" sollte hier keineswegs falsch verstanden werden! Die Studienstiftung ist in ihrer Bedeutung und in ihrem Ruf sicherlich das Flaggschiff, wenn man diesen Begriff verwenden möchte... Dies gilt allerdings keineswegs für die soziale Zusammensetzung der Stipendiaten: Hier ist sie trauriger Spitzenreiter unter den 11 Begabtenförderungswerken (mit Ausnahme eventluell der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP-nah), die die Herausgabe der Zahlen warum auch immer verweigert hat) und weißt den größten Anteil von Stipendiaten aus dem Großbürgertum auf und spiegelt im allgemeinen die Zusammensetzung der deutschen Gesamtbevölkerung am wenigsten wider. Dass die soziale Herkunft im Verfahren keine Rolle spielt, kann man also keinesfalls in der Deutlichkeit feststellen, wie du das getan hast; ich würde dem sogar widersprechen, wobei gesagt werden muss, dass sich bei den Seminaren selbst die Selektion nicht weiter verstärkt, sondern die relative Zusammensetzung der Auswahlkandidaten weitgehend erhalten bleibt, was auf große Fairness (oder angepasste Aufsteiger :P ) schließen lässt.

Natürlich hat dein Auswahlleiter Recht, wenn er sagt, dass die Studienstiftung ein Begabtenförderungswerk und kein Bedürftigenförderungswerk ist ! Das ist auch mir sehr wohl bewusst.
Geht man allerdings davon aus, dass Begabung (bspw. u.a. im Sinne von Intelligenz) auch nur annähernd (!) gleich über die Gesamtbevölkerung verteilt ist (bin kein Psychologe oder whatever, halte diese These aber so für haltbar und denke, dass anderes Positionen wohl schnell in eine sehr ungesunde Richtung führen können), so muss es einen schon etwas stutzig machen, dass die Gruppe "hohe soziale Herkunft" unter den Studenten nur 37%, unter den Studienstiftlern allerdings ganze 67% ausmacht, vom Anteil an der Gesamtbevölkerung mal ganz zu schweigen. Böse Zungen, zu denen ich mich hier mal nicht zählen möchte, könnten hier von Selbsreproduktion und Zementierung sozialer Schichten sprechen...

Meine Fragen im Vortrag wären also vor allem: Wie sozial selektiv ist die StuSti ? Wie sehr darf sie es sein (= also die Frage, ob sie sich um das Problem/die Thematik zu scheren hat) und wie sehr sollte sie es sein (letzteres im Sinne von positiver Diskriminierung, (schon ernsthaft von der StuSti angedachter) Quoten oder eben den neuen Selbsbewerbungen + die Mehrbeachtung anderer nicht positiv diskriminierender Instrumente wie mehr Aufklärung in Schulen usw.)

Bin mir immer noch nicht sicher, ob das Thema nicht vielleicht problematisch ist... Habe auch den Eindruck, dass es da innnerhalb der StuSti-Gräbenkämpfe gibt, und will meine eigene Bewerbung nicht im Kugelhagel sinnlos opfern^^"
Bin jetzt nicht der letzte Fundi- und Klassenkämpfer, aber wenn ich mir beispielsweise folgendes Zitat anschaue, das auf Aussagen des Präsidenten der Studienstiftung Bezug nimmt und somit wohl die "offizielle Lehrmeinung" widerspiegelt, bin ich schon tendenzielle eher anderer Meinung:

"Demnach ist Intelligenz „dasjenige Persönlichkeitsmerkmal, das am deutlichsten vererbt wird“. Damit ist nicht gemeint, dass gebildete Eltern ihre Kinder anregen, ihre Verstandeskräfte zur Entfaltung zu bringen. Motivation und Fleiß als vom Elternhaus begünstigte Faktoren der Begabung treten nach Roth zur ererbten Intelligenz noch hinzu. Kinder von dummen, armen und faulen Eltern haben also dreifach schlechte Karten - aber das Aufsprengen dieses Teufelskreises ist, so Roth in dem im April dieses Jahres verschickten Jahresbericht, eine Aufgabe für „die Gesellschaft“, nicht für die Studienstiftung." (FAZ; in Teilen von Gerhard Roth)

Nochmal danke an cmasim !
Bin für weiter Einschätzungen (vor allem des Themas als Thema und auch zur Thematik an sich :P ) sehr dankbar !


Viele Grüße,
der studienstift
»2010-02-03 13:34 Profil

Besucher Re: Studienstiftung - sozial selektiv ?








Hallo Studienstift,

mir ist leider nicht ganz klar geworden, wie Deine Themenstellung aussehen soll, aber ich denke mal, es ist "Ist das bestehende Stipendiensystem ungerecht, weil sozial besser gestellte größere Aussichten auf eine Förderung haben?" oder so ähnlich. Ich glaube, die Studienstiftung ist selbstkritisch genug, dass Dir beim Seminar niemand den Kopf abreißt, wenn Du das diskutieren möchtest. Das Bild der Studienstiftung bzgl. der Zusammensetzung ihrer StipendiatInnen liegt aber auch daran, dass die soziale Herkunft bei der Auswahl - im Gegensatz zu anderen Stiftungen - keine Rolle spielt. Das muss man sicherlicherlich nicht gut heißen, aber ich glaube, daher kommt auch der Ruf des "Flaggschiffes". Der Leiter meines Seminars hat gesagt, er findet, das System der Studienstiftung ist sehr gerecht, denn sobald man soziale oder andere Kriterien außer der Leistung und des Engagements heranzieht, wird die Auswahl ungerecht ("schlechtere" Studenten würden eher genommen, weil sie sozial bedürftiger sind, und das hätte dann nichts mehr mit Begabten-, sondern mehr mit Bedürftigenförderung zu tun, was ja nicht schlecht ist, aber eben nicht Ziel der Studienstiftung. Ein bisschen gerechter ist das System der Studienstiftung ja auch durch die neue Möglichkeit der Selbstbewerbung geworden.
Viel Glück bei Deinem Seminar!
»2010-02-03 12:02

studienstift Studienstiftung - sozial selektiv ?

nicht mehr ganz neu


Mitglied seit: 2009-09-29
Beiträge: 8
Aus:


He ihr,

im letzten Jahr gab es ja eine Debatte über die soziale Zusammensetzung der Stipendiatenschaft der deutschen Begabtenförderungswerke und im Speziellen über die ihres "Flaggschiffs": der Studienstiftung. War jetzt zwar nicht das ganz große Thema und eher im Feuilleton oder auf der Wissenschaftsseite zu finden, diejenigen die sich für die Studienstiftung, Elite-Debatten oder eben allgemein soziale Mobilität in Deutschland interessieren, dürften aber davon Wind bekommen haben. (Interessanter Artikel hierzu (wenn auch tendenziell eher kritisch) z.B. in der Zeit: http://www.zeit.de/2009/40/C-Begabtenfoerderung?page=all)

Was meint ihr, ist das Eisen zu heiß, um es (auch kritisch) in den heiligen Hallen der StuSti (bzw. in einer schäbigen Jugendherberge xD) anzupacken ?
Könnten sich gar Auswahlskommissionsmitglieder als Repräsentanten der StuSti auf den Schlips getreten fühlen ?

Habe kein Problem mit ein wenig Gegenwind und würde das ganze natürlich eher nüchtern/neutral als hetzerisch gestalten, möchte mir aber auch nicht komplett meine Chancen dadurch verspielen, dass sich Prüfer evtl. ein wenig ans Bein gepinkelt fühlen o.ä. wenn ich eine aktuelle Debatte über die StuSti bringe...

Zu mir vielleicht noch so viel, dass ich (obwohl kein Soziologie- oder Politikstudent) sehr großes Interesse an der Thematik habe und dementsprechend auch etwas bewandert bin und bei der Diskussion notfalls immer mal wieder (eigentlich ohnehin bekannte) Facts über die soziale Selektivität anderer Teile des deutschen Bildungssystems einstreuen, ein wenig Michael Hartmann Zeug à la schichtspezifischer Habitus aus dem Hut zaubern könnte und jetzt auch keine Angst davor habe, dass die Diskussion in Richtung allgemeine Gerechtigkeitsvorstellungen abdriftet (das bla bla also, das meist dann doch auf John Rawls rausläuft :P )

Mein eigener Hintergrund ist etwas ambivalent, was der Diskussion und der Authentizität meines Vortrags aber nicht schaden sollte: Komme aus einem Nich-Akademikerhaushalt, dürfte bei den Kategorien angesprochener Studie wahrscheinlich noch unter "niedrige soziale Herkunft" fallen, studiere aber mittlerweile (mit Stipendium) an einer privaten Hochschule, die schon gerne mal in die Elite-Ecke gerückt wird...



Bin gespannt auf eure Meinungen !
Wer will, kann natürlich auch hier über das Thema an sich diskutieren, primär interssiert mich aber eure Einschätzung darüber, wie geeignet das Thema für ein Auswahlseminar ist.... Meines ist übrigens ziemlich bald, also ruhig schnell antworten ;)

MfG
der Studienstift
»2010-02-02 23:45 Profil
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